Somewhere over the Atlantic

...we are dancing in the moonlight!

02Sept
2013

Ankunft und Longo Mai

Moin!

Gestern Nacht sind wir um ca. 4 Uhr am Flughafen in San Jose angekommen, wurden dann von einem Taxifahrer beschissen, der uns aber trotzdem zu unserem Hotel (Coconut House) gebracht hat, worauf uns dann die beiden deutschen Besitzer des Hotels sehr freundlich in Empfang genommen haben. Nachdem ich meine Gitarre allerdings ohne Probleme mit in den Flieger nehmen durfte und unsere Rucksäcke und auch wir heile im Hotel angekommen sind, waren die paar Dollar mehr für die Taxifahrt dann auch nicht mehr so schlimm! Unser Hotel wirkt mehr wie eine Ferienwohnung, da wir im Moment die einzigen Gäste sind - sehr cool! Und es kommt sogar ein bisschen Wasser aus dem Hahn - noch cooler!

Am ersten Tag haben wir dann die Stadt Alajuela (10 min. zu Fuß vom Coconut House) erkundet! Gar nicht so ungefährlich - ich wurde fast von einer heruntfallenden Mango getötet und die großen Löcher am Straßenrand verlocken auch zum hineinfallen. Karla hat sich dann auch direkt verewigt, indem sie in Lehm getreten ist, der noch nicht ganz getrocknet war. Die Leute sind sehr freundlich, aber die Stadt an sich ist nicht so schön.. uns zieht es halt mehr aufs Land und in die Natur! Das Wetter ist sehr warm und schwül und wenn es mal regnet, dann aber richtig! Überall diese exotischen Pflanzen sind auch sehr beeindrucken und allgemein die Farben sind viel intensiver!

Erste Studienempfehlung: Polizist


In der ersten Nacht wurden wir dann direkt 2 mal geweckt, einmal von lauten Alarmanlagen, die hier aber wohl öfter mal loslegen, und von unüberhörbarem Gewitter.

Am zweiten Tag haben wir dann direkt den Bus zu einem Nationalpark genommen, in dem unter anderem der Vulcano Poás zu sehen war. Hier jetzt erstmal ein paar Bilder der letzten 2 Tage:

Volcano Poas

 

 

Am 4. 9. sind wir nach einer anstrengenden Bus- und Taxifahrt in Longo Mai angekommen und wurden direkt von deutschen Jugendlichen begrüßt. Karla und ich haben uns darauf geeinigt, dass es für unser Spanisch besser ist, wenn wir in getrennte Familien gehen und so kam ich in dieses Haus:

und dieses Zimmer:

nichts Besonderes, aber das Dach ist dicht!

Anfangs war es wirklich schwer sich in der Familie zurechtzufinden, da bestimmt 10 fast ausschließlich spanisch sprechende Familienmitglieder (oder auch nicht, ich blick ehrlich gesagt noch nicht so ganz durch) durcheinander geredet haben und wirklich langsam sprechen die ja auch nicht...
Direkt am 1. Abend haben wir dann noch einen gratis Tanzkurs bekommen, der sehr viel Spaß gemacht hat! Bachata heißt der Tanz!

 

Am 2. Tag hier lief das mit der Sprache schon besser, als ich mit meinem Lexikon in der Hand und alleine mit der Mutter am Frühstückstisch saß.

Um 6 beginnt hier die Arbeit, die bislang aus Löcher graben, Bäume setzen und Unkraut mit der Machete vernichten bestand:

Nach der Arbeit kann man sich dann gut im naheliegenden Fluss abkühlen und nachmittags/abends gibt es dann noch Workshops, wie zum Beispiel Schokolade machen:

oder hier Pupusas

Insgesamt also sehr entspannt hier!

 

10.09

In den letzten Tagen haben wir an einem neuen Projekt gearbeitet, nämlich einen Park mit einem Kiosk, einem Fußballplatz und einem Ort der Entspannung zu bauen.
Es ist sehr cool, dass man durch das Dorf mal kein Tourist ist und das Leben der Ticos kennenlernt. Die Arbeit ist sehr anstrengend und ersetzt beinahe den Sport, doch da sich so langsam ein Alltag entwickelt, komme ich auch immer mehr zu meinen Übungen!

In den Workshops geht es meistens um Essen, wobei Essen meistens Reis mit Bohnen bedeutet. Und: Es wird nur warm gegessen! Was würde ich für eine Schale von dem leckeren Vitalis-Müsli oder ein normales Brot geben.. Außerdem isst man auch nie zusammen, sonern jeder isst dann, wenn er da ist. Süße Sachen gibt es so gut wie gar nicht.

Am Freitag (06.09) haben wir uns mal wieder in die Zivilisation getraut und sind nach San Isidro de El General gefahren, wo wir ein paar Sachen erledigt haben, wie zum Beispiel Handykarten, ron (Rum) für die Fiesta am Samstag, und Klamotten zu kaufen, doch das Wichtigste: Ich hab ein Sub bei Subway gegessen - Höhepunkt der Woche!

Abends waren wir dann noch im Cirkus.

Mir "wir" meine ich übrigens immer die Gruppe anderer Jugendlicher, die über eine Organisation nach Longo Mai gekommen ist und mit der wir hier eigentlich alles machen! - Sehr coole Leute!

Am Samstag Morgen wurden wir dann von Seven, einem Tico, der quasi unser Betreuer ist, durch den Dschungel geführt. Dort haben wir riesige Ceiba-Bäume gesehen und überall verschiedene Sachen aus dem Wald gegessen. Ich fand alles sehr lecker!!

Die Fiesta am Samstag wir richtig geil! Zuerst haben wir die vorher im Tanzkurs erlernten Tanzschritte zu lateinamerikanischer Musik angewendet und nachher waren wir dann noch in der casa zivi, in der wir mit den Ticos noch weiter gefeiert haben.

casa zivi

Das Dorf wirkt wie eine große Familie und eigentlich wirkt es nicht nur so... Die Dorfmutter, Dona Marta, hat 13 Kinder und war 17 Mal schwanger, sodass hier eigentlich jeder mit jedem verwandt ist! Die Gitarre kommt auch immer mal wieder in Einsatz und ich bin immer noch froh, dass ich sie durch den Flieger bekommen habe!!

 

15.09.

Am Freitag (13.09) hatten wir unseren ersten Spanischkurs! Die Lehrerin ist richtig gut und wir haben uns entschieden das auch erstmal weiter zu machen. Gearbeitet haben wir in letzter Zeit hauptsächlich im Dschungel... Wege verbessern, Brücken bauen und so was.

Bäume, die laufen können! unser Treffpunkt für die Arbeit, die casa verde

Freitag Abend sind wir über San Isidro nach Dominical gefahren, einem Strand an der Westküste. Ihr könnt ja selbst sehen: Vamos a la playa!

Einsiedlerkrebs-Rennen Kokosnüsse ernten! der hat auch mit uns im Zelt gepennt

 

Soll wohl noch einer der hässlichsten Strände in Costa Rica sein.

 

 

 

Inzwischen sind schon richtige Freundschaften entstanden, sowohl zu den Deutschen, als auch zu den Ticos, die eine Woche hier waren und jetzt leider wieder zur Schule müssen!

Am Montag (16.09) haben wir uns spontan entschieden mit Miguel, ein Österreicher, der sein Zivildienst hier in Longo Mai macht, und seiner Freundin Eva ein bisschen zu wandern. Wir haben uns die Strecke dann nochmal kurz im Lonely Planet angeguckt und es hörte sich ganz nett an! Dann haben wir uns noch ein bisschen Essen für unterwegs eingekauft.Montag Abend sind wir nach Rivas gefahren, wo wir dann eine Nacht gepennt haben und am Dienstag Morgen ging es dann los:

Am 1. Tag sind wir 15,5 Streckenkilometer und 2100 Höhenmeter zu einem Hostel gewandert, welches auf 3400 Meter Höhe liegt. Schon nach den ersten 3-4 Kilometern habe ich allerdings gemerkt, dass aus dem "ein bisschen wandern" "ein bisschen wandern mit Österreichern" wurde, was für uns Deutsche so viel bedeutet wie "ein bisschen Höchstleistung bringen", vor allem wenn man die ganze Zeit noch einen 15kg Rucksack auf den Schultern hat.

Als wir dann im Hostel angekommen sind, war schon mehr als die Hälfte unseres Essens weg, meine Kleidung komplett nass und gerade warm ist es da oben auch nicht... soll nachts sogar unter 0 Grad gehen. Essen kaufen konnte man dort nicht, also waren wir gezwungen aus der Hostelküche zu klauen. Das wiederum hat sehr gut geschmeckt!

Total durchgefroren habe ich mich dann noch unter die eiskalte Dusche gestellt und mich dann in mein kaltes Bett gelegt, in dem es nichtmal ein Kopfkissen und auch keine Decke gab. Nachts habe ich hauptsächlich gefroren und wenig geschlafen.

Morgens um halb 3 hat dann auch schon wieder der Wecker geklingelt, weil wir ja noch zum Gipfel mussten! Meine Kleidung war natürlich immer noch nass, also habe ich mir einen Pulli von Eva geliehen und dann gings mit Taschenlampen auf zum Gipfel. Um 5 Uhr sind wir dann endlich angekommen und das Abenteuer hat sich gelohnt:

 

3820 Höhenmeter und 5,5 Grad, wobei es sich mit dem Wind wie unter 0 angefühlt hat! Die Einsamkeit, Frische und vor allem Ruhe da oben ist mal was ganz anderes als unten, aber auch total beeindruckend! So gegen 6 haben wir uns dann wieder auf den Weg runter gemacht, der etwas entspannter als hoch. Allerdings waren es am 2. Tag insgesamt 30 Kilometer, die wir zu Fuß gegangen sind!

Unten angekommen habe ich dann auch von Miguel erfahren, dass der Chirripo der höchste Berg Costa Ricas, Nicaraguas, Panamas und wahrscheinlich auch Honduras ist. Hätte mir das mal jemand früher gesagt...

Zum Schluss ist man dann aber doch stolz es geschafft zu haben und hat auch wieder was fürs nächste Mal gelernt:

Mehr Essen, wärmere Kleidung und wenns geht nicht mit Österreichern wandern gehen!!

06Oktober
2013

Schwein gehabt!

05.10

Bis heute sind wir die restliche Zeit noch in Longo Mai gewesen und haben dort auch noch ein paar interessante Sachen erlebt! Das Dorf ist jetzt schon wie ein zweites Zuhause für uns, was total super ist, da wir dort hin auch immer zurückkehren und uns jeder Hilfe sicher sein können! 
Zu den interessanten Sachen gehört zum Beispiel der "Deutsche Abend", an dem wir den Spieß mal umgedreht haben und den Longo Mai Bewohnern gezeigt haben, wie es in Deutschland so zugeht..  dazu gehörten deutsches Essen Kartoffelbrei - und klößchen, Rotkohl, Spiegelei, Würstchen, Soße und natürlich Senf!, deutscher Tanz Walzer und sie hatten tatsächlich Schwierigkeiten es zu lernen.. zum Glück können die deutschen Männer so gut führen!, deutsche Musik   und natürlich die deutsche Methode kleine Jungs zu verprügeln  . Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es ihnen geschmeckt hat, aber zumindest für uns war es mal eine gute Abwechslung zu Reis und Bohnen.. wobei man dazu sagen muss, dass ich mich mittlerweile total an das Essen gewöhnt habe. Jedes Mal, wenn es Reis mit Bohnen gibt, freue ich mich jetzt und wenn es was anderes gibt ist man sogar ein bisschen enttäuscht. Trotzdem sau lecker!

 

Das Stichwort "sau lecker" führt mich auch gleich zu dem anderen interessanten Erlebnis, welches man gut mit diesem Bild einleiten kann, wobei dies eigentlich schon das Ende der Geschichte ist:  . Der Anfang sah nämlich so aus: . Das ca. 140kg schwere Schwein wurde zuerst getötet (ein paar Bilder lass ich lieber aus), dann enthaart , dann aufgehängt und gesäubert , dann enthäutet und ausgenommen (es wurde allerdings wirklich fast alles von dem Schwein gegessen), dann vorbereitet , dann auf den Grill oder in den Topf getan und dann in den Mund gestopft . Das wahrscheinlich beste Schweinefleich, das ich je gegessen habe. Frischer gehts aber auch nicht. 3 Stunden vorher hat es ja auch immerhin noch gelebt! Zu sehen und vor allem zu hören wie das Schwein getötet wird ist übrigens auch eine einschneidende Erfahrung und manche haben sich danach auch entschieden erstmal kein Fleisch mehr zu essen! Ich bin zwar immernoch überzeugter Fleischesser, doch schön war das trotzdem nicht.

Sonst noch ist in Longo Mai ein neues Baby geboren (ich glaube das 35. Enkelkind von Dona Marta), wir waren in einer Karaoke-Bar und wirklich JEDER, egal wie schräg er gesungen hat, hat mindestens ein Lied geschmettert und vor allem die Ticos halten sich da auch nicht gerade zurück, und Anfang Oktober mussten wir leider die Reisegruppe verabschieden, weil die nur für einen Monat da waren..ein Nachtreffen in Deutschland ist jedoch schon geplant! Karla und ich sind dann noch ein paar Tage dort geblieben und am 05.09. in Uvita angekommen, einem Strand an der Westküste, ein bisschen südlicher als Dominical gelegen. Achja.. an einem Abend ist in Longo Mai mal der Strom ausgefallen, was jedoch nicht wirklich erwähnenswert ist, da sich außer dem fehlenden Licht nicht viel verändert hat. Es wurden dann ein paar Kerzen angezündet und alles war wieder in Butter. Wenn man nicht viel hat, kann halt auch nicht viel verschwinden!
Hier noch ein paar Fotos aus Longo Mai:

mein Wecker, der leider immer ein bisschen früher loslegt, als ich mich erinnere ihn gestellt zu haben ein kleiner Spaziergang durch den Dschungel zum Bonbons machen mit Dona Marta mein kleinster Gastbruder (8 Jahre und trinkt schon mehr Kaffee als ich) Steven, mit dem wir uns mittlerweile richtig gut verstehen!

Ein paar andere deutsche Freiwillige waren über das Wochenende auch noch in Uvita und sind jetzt wieder abgereist. Der folgende Reiseplan lautet jetzt erstmal 2 Wochen irgendwo an der Pazifikküste rumhängen, dann nochmal in Longo Mai vorbei, weil unsere Tico-Freunde wahrscheinlich wieder aus der Schule kommen, und dann an die Karibikküste!

Ob das alles so klappt kann jedoch keiner sagen, wer möchte auch schon so weit im voraus planen..

12Oktober
2013

Nutella gibts wohl erst wieder in Deutschland!

11.10.

also. Wie schon ein wenig angekündigt, hat sich unser Reiseplan geändert: Wir fahren schon übermorgen (Sonntag) zurück nach Longo Mai, weil dort der Park weitergebaut wird, den wir auch mit angefangen haben. Und wie es sich so gehört wollen wir auch das beenden, was wir angefangen haben!

Bleibt also nur noch über die Zeit in Uvita zu berichten. Eigentlich wollten wir ja ein bisschen an der Pazifikküste langreisen, aber irgendwie sind wir in unserem Hostel (Flutterby House) voll hängengeblieben und haben uns hier ne schöne Zeit gemacht.

Hier einmal unsere Cabina, in der wir die erste Zeit gepennt haben und der living-room vom Hostel . Hier gehts dann rein zur Küche  und dem Bereich der Entspannung  (wobei es in der näheren Umgebung eigentlich keinen Ort gibt, der kein "Bereich der Entspannung" ist).

Die Zeit haben wir uns hauptsächlich mit folgenden Sachen vertrieben:

1. Fast jeden Tag haben wir uns auf dem Surfbrett probiert und es wurde mit der Zeit auch immer besser!

2. Am Strand liegen, ein bisschen spanisch lernen, Gitarre spielen,Sonnenuntergänge anschauen und an den verlassenen Stränden spazieren gehen.

Auf dem letzten Bild kann man das für Costa Rica berühmte "Pura Vida" vielleicht ein bisschen erkennen. Und tatsächlich beginnt jedes Gespräch mit einem ehrlichen Tico mit "Buenos Dias, Pura Vida" und so ähnlich endet es dann auch. In irgendeiner Weise hat sogar der Inhalt der Gesräche etwas mit "Pura Vida" zu tun!

3. Natürlich waren wir nicht die ganze Zeit nur im Hostel und dem 5 min. Fußweg entfernten Strand, sondern haben ab und zu auch mal ein paar Ausflüge zum Beispiel zu einem Wasserfall gemacht, den man sogar runterrutschen konnte!

4. Nächster Ausflug war dann auf dem Fahrrad.. einfach mal ein bisschen die Gegend abklappern und Schildkröten retten, die auf der Straße rumlaufen. Geregnet hats zum Glück auch noch!

5. Im Hostel konnte man sich super die Zeit vertreiben, indem man sich mit den ganzen coolen Leuten hier unterhält und mit ihnen Karten spielt, eine Tischtennisplatte gabs auch, und einfach mal die Seele baumeln lässt! Endlich mal wieder selbst zu kochen war auch super und wir haben auch immer sehr lecker gegessen!

6. Am letzten Tag haben wir noch einen Tagesausflug mit einem Schotten und einer Spanierin zu dem ca. 15km entfernten Strand "Playa Ventanas" gemacht. Die beiden sind total nett und auch sau witzig drauf! Ein richtig schöner letzter Tag!

Das hier sind die "Ventanas", übersetzt heißt das Fenster. Von außen:  und von innen: . Und direkt neben dem Strand war noch ein erfrischender Fluss, in den man sich gut einfach nur reinlegen konnte.

7. Natürlich kann nicht immer alles nur super sein und deshalb gabs zum Glück die sau nervigen Mosquitos und das nervige Englisch, das hier die ganze Zeit gesprochen wird, weil es hier auch sehr touristisch ist. Wir wollen unsere gerade neu erlernten Spanischkenntnisse natürlich lieber anwenden und verbessern statt zu verlieren!

Und die Sache, die mich hier fast am meisten überrascht hat sind die total überteuerten Lebensmittel. Ein Glas Nutella kostet zum Beispiel knapp 10 Dollar. Und eine ganz normale Packung Toast 4 Dollar. Und auch Hygieneartikel sind fast nicht zu bezahlen, das geht locker sogar über die deutschen Preise hinaus! Vor allem für die Einheimischen muss das doch unbezahlbar sein! Für den kleinen Juan ist dann zum Geburtstag wohl mehr als ein Glas Nutella und ne Packung Toast nicht drin! Den Toaster gibts dann zu Weihnachten und bis dahin ist das Toast dann auch schon wieder vergammelt!

Wenn man allerdings ein bisschen Preise vergleicht und nicht unbedingt die teuersten Sachen kauft kommt man ganz gut davon! Also nein - wir werden nicht bald zurückkommen, weil das Geld weg ist!

 

Insgesamt hatten wir hier total Glück mit dem Hostel und haben sehr viele coole Sachen erlebt und richtig nette Leute kennengelernt! Jetzt haben wir auf jeden Fall erstmal genug Kraft getankt, um in Longo Mai bei der Arbeit wieder alles zu geben!

also, Pura Vida!

09November
2013

Get up Stand up

oh man ich habe echt lange nichts mehr geschrieben und habe auch gar nicht so viel Zeit..
ab Morgen arbeiten wir nämlich auf einer Farm in Manzanillo und heute Abend wollen wir noch Live-Musik hören und dann mit den Hostelbesitzern jammen! er spielt nämlich Gitarre und Saxophon! Da wir allerdings auf die Farm gehen werden, habe ich auch erstmal kein Internet.

Also kurz das Wichtigste aus dem letzten Monat:

Nach unserem Aufenthalt in Uvita waren wir nicht nur ein Wochende und auch nicht nur eine Woche, sondern 2 Wochen in Longo Mai. Dieses Dorf ist echt zu geil!
Dieses Mal waren wir allerdings nicht in Gastfamilien, sondern haben uns für sehr wenig Geld ein kleines Hexenhäuschen gemietet. Die casa heidi:

auf unserem Balkon einer der täglichen Sonnernuntergänge von unserem Balkon

Für ein Wochenende waren auch unsere Freunde aus der Schule da und das musste natürlich gefeiert werden! Hier hat Steven für uns gekocht - gar nicht so schlecht wie erwartet!

Sonst noch haben wir uns jetzt endgültig in das Dorfleben dort eingelebt, also jeden Morgen die Milch vom Nachbarn geholt, die eine Stunde vorher noch im Euter war und mit Dona Martha zusammen die Hühner geschlachtet und natürlich auch gegessen! Dienstags und Freitags in der Früh kommen die Gemüsehändler ins Dorf, wobei es freitags etwas billiger ist! Irgendwie sind wir schon ein Teil des Dorfs und wir fühlen uns da auch wie zu Hause. Natürlich haben wir auch ein bisschen gearbeitet und viel mit den Leuten dort gemacht - war bestimmt nicht das letzte Mal in Longo Mai.

Allerdings müssen wir ja auch mal andere Sachen von Costa Rica sehen und so sind wir über San Jose an die Karibikküste nach Cahuita gefahren. In San Jose haben wir eine Nacht verbracht und ich habe seit 2 Monaten das erste Mal wieder heiß geduscht.. reicht jetzt aber auch erstmal wieder für die nächsten paar Monate! San Jose bei Nacht

In Cahuita waren wir schnorcheln, haben das tägliche Baguette aus der französischen Bäckerei genossen (endlich mal Brot, das mehr als 200g wiegt) und viel Zeit an den Karibikstränden verbracht. An der Karibikküste hat man das erste Mal die Artenvielfalt Costa Ricas wahrgenommen und wir haben einen Papageien, ein Faultier, verschiedene Affenarten, Waschbären, Schlangen, Spinnen und fast Krokodile gesehen. Leider gibts nicht so viele Fotos davon, weil entweder der Akku schlapp gemacht hat oder wir keine Kamera dabei hatten. heißt ungefähr: Die Natur weiß nicht was mit dem Müll zu machen ist, du schon

Meinen Geburtstag haben wir auch in Cahuita gefeiert und das war wirklich ein richtig schöner Tag! Ich habs mir natürlich nicht entgehen lassen an meinem Geburtstag im November am Strand bei 30 Grad in einer Art Badewanne (Meer) schwimmen zu gehen und abends waren wir noch lecker essen und ein bisschen was trinken. Der Höhepunkt des Tages war jedoch ein Anruf von Dona Martha, die mir gratulieren wollte und gefragt hat, wann wir denn endlich nach Longo Mai zurückkehren! 

Nach einer schönen Woche in Cahuita sind wir weiter südlich nach Puerto Viejo gefahren und sind da leider in dem blöden Hostel ,Rocking J´s, gelandet. Zur Strafe hab ich den Reiseführer für Zentralamerika gezockt und für die letzte Nacht bevor Manzanillo haben wir nochmal in ein richtig cooles Hostel (Greenwood) gewechselt, in dem wir heute pennen werden. Puerto Viejo ist eine richtig coole Stadt und Bob Marley ist hier eine Art Gott. Wir haben an einem Abend 2 verschiedene Live-Bands gesehen und somit insgesamt ungefähr 4 mal "Get up Stand up" von Bob Marley gehört. Im Rocking J´s haben wir auch das erste Mal in Hängematten geschlafen und das war richtig gemütlich! Sonst wars aber wie gesagt ein doofes Hostel, weil es viel zu groß, laut und ungemütlich war. Und überall nur Amerikaner - schnell weg da! 

Hier in Puerto Viejo haben wir auch einen Freund von Karlas Vater getroffen, der hier ein Hostel betreibt und von dem und auch seinem Vater haben wir ein paar echt interessante Sachen über das Land, Reisen und das Leben erfahren. Costa Rica ist nämlich nur so teuer, weil irgendein Idiot schlechte Politik betrieben hat und nicht wegen des Tourismus. Interessant sind auch die kleinen Rivalitäten zwischen der Pazifik- und Karibikküste. Das ist mir auch schon aufgefallen.. als wir nämlich an der Pazifikküste waren wurde uns immer gesagt, dass wir hier aufpassen müssen, weil es so gefährlich ist und die Menschen gewalttätig sind und dass das Wetter hier immer schlecht ist und solche Sachen.. Als ich mich dann heute in einem Geschäft mit einem Einheimischen der Karibikküste unterhalten habe, meinte er dass an der Pazifikküste die ganzen Amerikaner sind und auch die Strände in der Karibik viel schöner sind! Außerdem sind laut ihm auch die Menschen hier viel cooler und natürlich allgeimein ist hier mehr "Pura Vida"-feeling.

Das liegt wohl daran, dass sie sich einerseits um die Touristen kloppen und andereseits ist es auch Neid der Pazifikküste, weil sich die Karibikküste sehr entwickelt hat und immer reicher wird. Auch wie wir schon festgestellt haben, ist Zentralamerika nicht ansatzweise so gefährlich wie man in Europa hört. Und vor allem Touristen brauchen sich keine Sorgen machen. Wenn man sich nicht total doof anstellt, ist man hier schon sicher! Natürlich muss man immer vorsichtig sein..

Der Vater, der mit seinen 75 Jahren letztens noch 8700 Kilometer mit dem Fahrrad durch Südamerika gefahren ist, hat uns auch sehr viele unglaublich interessante Dinge über Reisen, die Welt und das Leben erzählt. Zum Beispiel zeichnet er seit 50 Jahren 3 Mal täglich das Wetter auf und meinte, dass sich nichts verändert hat.. Klimawandel gibt es laut ihm also nicht! Er war auch schon auf der ganzen Welt und hat fast alles mit dem Fahrrad bereist - was für ein cooler Typ!

Also ich hör mir jetzt wieder "Get up Stand up" in den Bars von Puerto Viejo an!

02Dezember
2013

La casa de la luna

Nach Puerto Viejo sind wir zum Arbeiten nah an die Grenze zu Panama gefahren. Das kleine Dorf heißt Gandoca und liegt ungefähr 11 km in Richtung Wildness von Sixaola entfernt.

Zuerst haben wir uns dort nicht so wohl gefühlt, weil wir an einem Samstag total hunrig angekommen sind und auf der Stelle arbeiten mussten und uns direkt gesagt wurde, dass es am nächsten Tag um halb 6 weiter gehen soll.. dazu kamen noch die zahlreichen Warnungen über die giftigen Schlangen, Spinnen und andere gemeine Tiere. Nach den ersten Stunden allerdings war das Behagen dann schon wie weggeblasen, als wir gemerkt haben, wie cool die Leute sind und wie viel Spaß die Arbeit macht! Dank der sogenannten "Tico-Time" ging die Arbeit am folgenden Tag auch nicht um halb 6, sondern zwischen halb 7 und 7 los.

Die Familie ist wirklich unglaublich cool! Es sind 9 Kinder, von denen 6  noch zu Hause wohnen. Besonders gut habe ich mich mit dem 74-jährigen Vater, Don Alquiles, verstanden. Ein total stumpfer, aber super netter Spaßvogel, der die witzigsten Schoten gerissen hat. Einmal auf dem Weg zur Arbeit hat er mir ein paar Geheimnisse erzählt, in denen es darum ging, wie man entweder zu Geld oder zu der Fähigkeit nicht verletzt werden zu können gelangen kann.

Da ich letzteres interessanter fand, werde ich mit euch jetzt nur dieses Geheimnis teilen, denn wer braucht schon Geld?

Um diese Fähigkeit zu erlangen, muss man sich das Ei von einem bestimmten Vogel namens "Zopilote" klauen und den Vogel großziehen. Sobald er groß und stark ist setzt man sich auf ihn und fliegt aufs Meer hinaus, wo man dann mit ihm einen Stein vom Meeresboden holt. Sobald man diesen Stein hat kann einem keiner mehr was antun. Der Nachteil: Man darf nicht mehr ins Wasser, sondern nur noch Hände waschen und duschen. (Ich denke das liegt daran, dass das Wasser böse ist, dass man den Stein geklaut hat, aber ich kann mich auch irren..).

Beeindruckend an ihm war auch wie fit er mit seinen 74 Jahren war. Er hatte einen total durchtrainierten Körper und war fast jeden Tag bei der Arbeit auf der Finca dabei.. Das ist wohl der Lohn für die regelmäßige Bewegung. Und wenn man selbst jeden Tag 7-8 Stunden mitgearbeitet hat, weiß man auch wie anstrengend das ist.

Und als wenn das nicht schon genug wäre.. der Typ besaß auch noch unglaublich viel Wissen! Zum Beispiel, wenn ein bestimmter Vogel (gasa oder gaza) singt, ist am nächsten Tag gutes Wetter. Oder die "casa de la luna", ein Mondring, bedeutet ebenfalls gutes Wetter in der nächsten Zeit. Tatsächlich hat das jedes Mal zugetroffen!!
Oder auch dass eine Frucht namens Guanabana gegen Krebs hilft.. (schmeckt dazu übrigens auch sau lecker)

Ein wirklich einzigartiger Typ, der uns jeden Tag mit seinen Geschichten und Lebensweisheiten versüßt hat. Laut ihm ist das Wichtigste im Leben, dass man weiß, wie man es genießt. Da sind wir wohl auf einer Wellenlänge!

hier mal ein Foto mit Alquiles und den Kindern

Und jetzt zu dem Alltag in Gandoca:

Jeden Morgen so zwischen 6 und 7 die verrückten Hühner füttern , dann frühstücken, dann die Sachen, die auf der Finca benötigt werden, zum Boot tragen und ablegen! Immer als wir über die Lagune zur Arbeit gefahren sind, war alles von einer riesigen Geräuschkulisse umgeben.

Nach ungefähr einer halben Stunde Bootsfahrt sind wir dann mitten im tiefsten Dschungel angekommen, wo ein kleiner "Zug" stand, mit dem wir die Sachen transportiert haben. (Das Foto wurde auf dem Rückweg nach der Bananenernte geschossen).

Der Treffpunkt mitten im Dschungel

So zwischen 1 und 3 sind wir dann immer mit riesigem Hunger zurückgekommen und haben erstmal ordentlich gegessen. Danach war ich meistens so fertig, dass ich kurz siesta gehalten habe und so gegen 4 mussten wir auch schon wieder zu den Hühnern, um sie erneut zu füttern und die Eier einzusammeln. Jeden Abend haben wir uns dann zu der Familie gesellt und unglaublich viel Spaß mit denen gehabt. Die waren einfach immer gut drauf und unfassbar lebensbejahend. Einmal haben wir Pablo, einen der Söhne, gefragt, wie er immer so glücklich sein kann und er meinte einfach nur, dass er morgens aufsteht, tief Luft holt und sich sagt, dass er heute glücklich ist.

Aber eigentlich auch kein Wunder, dass das funktioniert, wenn man keinen Chef hat, den ganzen Tag nur in der Natur ist, sich viel bewegt, alles stressfrei ist und von so coolen Leuten umgeben ist.

Erstaunlich für uns war auch die Arbeitsmoral, die dort geherrscht hat. Es gab Arbeit, die gemacht werden musste und so etwas wie keine Lust oder so gabs einfach nicht. Die hatten einfach immer Spaß daran. Und wir haben das denen dann nachgemacht!

Und jetzt zu der Arbeit. Meistens ging es darum Kakaosetzlinge zu pflanzen. Man musste zuerst Stöcker, auf den Zentimeter genau abgemessen, in den Boden stecken und ungefähr im 1,5 Meter Durchmesser mit der Machete "limpiarn". Also säubern.
Danach wurden Löcher gegraben, dann Dünger in die Löcher gegeben und dann der Baum gesetzt. Wir haben knapp 200 Bäume in der Zeit geplanzt!
Ab und zu haben wir auch mal Bananen geerntet, ich durfte mal mit der Motorsäge arbeiten, wir haben Kakao gemacht (von dem Samen bis zur Tasse), Saft aus Zuckerrohr und noch viele andere spannende Sachen gemacht. Und das natürlich alles mitten im Dschungel mit Spinnen, Schlangen, Fröschen und der ganzen Natur im Einklang.

Zuckerrohrsaft Kakao Kakaobohne Bananenernte .

Achja und ein 10 min Fußmarsch war der Strand entfernt!

  Pelikane auf Fischjagd

Wenn man übrigens mal fußballverrückte Menschen sehen möchte, muss man nach Costa Rica gehen! Einmal haben wir Fußball gespielt und als ich auf dem Platz ankomme, wen sehe ich da?

Don Alquiles in voller Montur und stumpf wie eh und jeh! Der Alte war aber richtig gut dabei.

Er hat mich einfach immer wieder überrascht!

 

Wir haben uns selten wohler als in dieser Famliie gefühlt und als Dank dafür haben wir denen zum Abschied ein Lied geschrieben und aufgeführt! Sehr lustig!

Achja bei meiner Gitarre hat sich leider der Kleber vom Steg gelöst, aber die Schuhcreme der Familie hält bislang als Zwischenlösung ganz gut!

Nach dem schweren Abschied haben wir uns dann auf den Weg nach San Jose gemacht und schon wieder ein Abenteuer. Als ich während der Busfahrt gerade tief in Gedanken versunken war, macht es plötzlich "BOOM" und erst ein paar Sekunden später habe ich gemerkt, dass irgendein Idiot ein Stein ins Fenster geworfen hat und uns wohl nur knapp verfehlt hat! Was für ein Glück..

Aber alles halb so wild. Während des vermeintlichen Unglücks habe ich gerade das Lied "I´ll be your Doctor" von Joe Cocker gehört, also hätte ich Joe als Doktor schonmal sicher.

Naja, zum Glück ist es nicht so weit gekommen!

Heile in San Jose angekommen haben wir dann noch die Gelegenheit genutzt und in der nahegelegenen Stadt Cartago Fernando besucht und uns einen schönen Tag mit ihm gemacht!

 

Nächstes Abenteuer war dann am Flughafen. Zuerst mussten wir 1 Stunde warten, bis der öffnet, weil dieser Flughafen nachts geschlossen hat. Außerdem wussten wir nicht, ob der Flug um 6:30am oder pm rausgeht (stand nichts auf dem Ticket), wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir am richtigen Flughafen waren und wir haben vergessen, dass man Ausreisesteuern in Bar bezahlen muss und wir hatten kein Geld mehr.

Als ich mich dann ins Taxi setzten wollte, um noch schnell Geld zu holen, hat der Taxifahrer das nächste Problem offengelegt, undzwar wusste keiner, ob die Automaten schon offen hatten.
Und ab diesem Zeitpunkt hatten wir eigentlich mal wieder ziemlich viel Glück:

Der Automat hatte auf, der Flug ging um 6:30am raus und wir waren am richtigen Flughafen.

Mit diesem süßen Flieger gings dann nach Nicaragua: